Home Wassersportrecht Entscheidungen

Schifffahrt - Verantwortlichkeit des Schiffsführers bei einer Schleppfahrt

Yachtrecht Bootsrecht Segelrecht Rechtsanwalt Unfall"Ein Schiffsführer, der sich bereit erklärt, ein anderes Schiff für eine längere Strecke in Schlepp zu nehmen, trägt die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Durchführung der Reise." So entschied der 2. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs bereits in einem Urteil vom Februar 1975 (II ZR 140/73).

Zwar würde das Gericht heute - nach Einführung des Reiserechts - in Zusammenhang mit einer Schleppfahrt sicher nicht mehr von einer "Reise" sprechen, der wesentliche in dem Urteil zum Ausdruck kommende Rechtsgedanke gilt aber noch heute: Jedenfalls wenn das zu schleppende Fahrzeug ohne eigene Besatzung geschleppt wird, erstreckt sich der Herrschafts- und Verantwortungsbereich des Schiffsführers in jeder Beziehung auch auf das zu schleppende Fahrzeug.

Zu entscheiden war seinerzeit übrigens über einen Fall, bei dem ein Küstenmotorschiff (493 BRT) ein hochseefähiges Eichenmotorschiff (22 m lang; 6,5 m breit; 114 PS) ohne eigene Besatzung in Schlepp genommen hatte, um es in einen anderen Hafen zu verbringen. Nach wiederholtem Reißen der Schleppleine geriet das geschleppte Schiff in Verlust. Der Eigner des verlorenen Schiffes forderte von dem Schiffsführer des Schleppers wegen der ihm durch den Untergang entstandenen Schäden einen Betrag von 30.000 DM nebst Zinsen. Durch falsche Manöver des Schleppers, insbesondere durch eine zu hohe Fahrgeschwindigkeit, habe das geschleppte Schiff viel Wasser gemacht und sei dadurch in die Gefahr geraten zu sinken. Letztlich - so jedenfalls der Vortrag des Klägers - sei es durch mehrmaliges Rammen mit dem Schlepper versenkt worden.

Autor: Rechtsanwalt Axel Kujawa

Bei Fragen zum Wassersportrecht stehen Ihnen Rechtsanwalt Bauersfeld und Rechtsanwalt Kujawa gern zur Verfügung.

Bauersfeld & Partner Rechtsanwälte | Friedrichstrasse 41 | 10969 Berlin | Tel.: 030-2593262-0

Kontakt zum Anwalt
Neuere Artikel:
Vorige Artikel:
 
Wassersportrecht Aktuelles
Wassersport-MitteilungenADAC wegen Irreführung beim ADAC-Boot-Check erfolgreich abgemahnt
13.04.2012 | Rechtsanwalt Kujawa

Nach einer Pressemitteilung der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V. Frankfurt/Main vom 2. April 2012 wurde der ADAC von der Wettbewerbszentrale wegen irreführender Aussagen zum ADAC-Boot-Chec [ ... ]


Wassersport-EntscheidungenSchadensersatz und Anscheinsbeweis bei Auffahrunfall auf dem Wasser
21.02.2012 | Rechtsanwalt Kujawa

Werden Schiffe, Boote oder sonstige Wasserfahrzeuge angefahren, spricht der Anscheinsbeweis für ein schuldhaftes Fehlverhalten des Schiffsführers des auffahrenden Schiffes (Vergleichen Sie dazu auch unseren [ ... ]


Wassersport-EntscheidungenMitführung eines polnischen Bord- oder Logbuchs und § 1.10 Nr. 1 lit. c RheinSchPV
13.02.2012 | Rechtsanwalt Kujawa

"Die Mitführung eines polnischen Bord- oder Logbuchs ist zur Erfüllung der in § 1.10 Nr. 1 lit. c RheinSchPV statuierten Pflicht nicht geeignet." So entschied die Berufungskammer der Zentralkommission Str [ ... ]


Wassersport-MitteilungenBundestag fordert Neuregelung der Führerscheinpflicht für Sportboote
27.01.2012 | Rechtsanwalt Kujawa

Am gestrigen Abend hat der Bundestag einen Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und FDP angenommen, mit dem die Bundesregierung unter anderem aufgefordert wird, - die Grenze von 3,68 kW (5 PS),  ab der eine Fü [ ... ]


Weitere Artikel